Samstag, 29. Dezember 2007

Kastanienallee, Haus Kastanienallee: Wieder Wohnen im Elendsquartier ...

Österreichs prominentester Blogger, Hanno Hartensteyn vom hartensteynreport, besuchte mit versteckter Kamera das Elendsquartier "Kastanienallee" im zwölften Wiener Gemeindebezirk. Die Zustände dort sind ein Skandal.

Nicht wegen der netten und ohnehin schon völlig überforderten Mitarbeiter dieser städtischen Herberge, sondern wegen der von Jahr zu Jahr kleiner werdenden Budgets. Die Familien und ihre Kinder, die dort wie in einem osteuropäischen Flüchtlingslager vegetieren, haben weder den ORF noch die Boulevardpresse oder gar "Licht ins Dunkel" auf ihrer Seite. Kastanienallee - die vergessenen Armen von Wien. Wenn die Insassen wieder mal lesen, wie viel Geld in Österreich für "Kunstprojekte" verludert oder vermittels "Arigona - Schmäh" (der armen Arigona und ihrer Familie wurde dadurch nur geschadet, ein Dankeschön an die Fellners, NEWS und das Hetzblatt "Österreich"!) für Asylwerber eingesammelt werden, gehen die Männer randalieren und die Weiber aufs Klo heulen. Kein Scherz - der hartensteynreport war live dabei...

Jedem "Häfenbruder" (Knacki, Häftling) geht es in Österreich besser als den Familien in der Kastanienallee und ihren Kindern. Die Mitarbeiter des Hauses und der Fonds Soziales Wien bzw. "Wieder Wohnen GmbH" können nichts dafür, diese Leute geben ihr Bestes. Das Geld fehlt. Während in der Justizanstalt Simmering z.B. Aufenthaltsräume mit Fernseher, Küche mit Mikrowelle und in Einzelzellen pro Haftraum (!) je eine Waschmuschel und ein eigens WC selbstverständlich sind, spielen die verwahrlosten und unglücklichen Kinder der Kastanienalle auf dem Boden oder im Stiegenhaus, zu viele Familien müssen sich pro Stock nur vier Gasherde und eine einzige Dusche teilen. Es ist unvorstellbar.

Eine Million Österreicher sind armutsgefährdet, 300.000 leben in akuter Armut. Eines der brennendsten Probleme: die immer geringer werdenden Sozialbudgets. Während Millionen und Abermillionen für sinnlose "Kunstprojekte" wie etwa für das "Nitsch - Museum" im Weinviertel - kaum Besucher, nur der ohnehin schwerreiche Nitsch reibt sich wie weiland Staatskünstler Hundertwasser die Hände - oder für schwachbrüstige Selbstentfesselungsartisten im Wiener Museumsquartier (Artists-in-residence im MQ) verschwendet werden, sind die SozialhelferInnen und Mitarbeiter z.B. des Hauses Kastanienallee nur noch verzweifelt: "Bei uns fehlt es an allem!".
Kein Spielplatz, kein Wickeltisch für Kleinkinder, kein Gitterbett, keine Kinderkrippe oder Krabbelstube, das Elend eines Flüchtlingslagers der Nachkriegszeit. Die armen Familien haben weder eine Öffentlichkeit noch irgendeine Pressure Group auf ihrer Seite. Von Schickeria - Fundraisingveranstaltungen wie "Licht ins Dunkel" kommt kein Cent hier an.

Bonjour Tristesse: im düsteren Stiegenhaus spielen die Kinder. Es gibt weder eine Kinderkrippe noch eine Krabbelstube, keinen Spielplatz, selbst das Mutter - Kind - Zentrum und die Büros des MAG Elf wurden geschlossen. Ursache: kein Budget. Wenn SozialarbeiterInnen auspacken, steht ein Skandal bevor. Bei allem Respekt vor den Spenden der Tageszeitung "Österreich" für Arigona & Co.: Wann spenden die Fellners oder eines ihrer Boulevardblätter für die Kastanienallee?

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Wohnungskommission: Gemeindewohnungen nur noch für Reiche?

HIER GEHT ES DARUM, einer hochschwangeren, unverschuldet in Not geratenen Frau zu helfen, die dieser Tage in Wien delogiert wird und trotzdem von der Gemeinde Wien - völlig unverständlicherweise, siehe Hauptbeitrag - keine kleine "Notfallswohnung" bekommt, weil sie von der sog. "Wohnungskommission" abgelehnt wurde. Die Frau ist arbeitsfähig und arbeitswillig, sie hat sich lediglich geweigert, ihr so lange ersehntes erstes Kind abzutreiben. Sie ist schon 36 und liebt das kleine Wesen - ihre Tochter - über alles. Von Sozilamts - Profis wurde der dummerweise überkorrekten und anständigen Frau geraten: "Laß das Kind wegmachen und hau' di dann mit an Ausländer in a Gemeindwohnung!". Trotz ständiger Präsenz am AMS fand sie infolge der Schwangerschaft keinen Arbeitsplatz mehr und kam in einer bereits im April 2006 privat angemieteten Kleinwohnung ab dem Sommer 2007 mit den Mieten in Rückstand. Und darauf ist die gefürchtete "Wohnungskommission" in der Graumanngasse 7 im 15. Wiener Gemeindebezirk (eine Dienststelle der MA 50) - nicht ganz zu unrecht! - allergisch. Die Frau habe, so die "Graumanngasse" in einem Telefonat mit dem Jugendamt (MAG 11), ihre Unverläßlichkeit bewiesen, sie möge es zuerst im "betreuten Wohnen" versuchen. Eine Art Häfn mit Ausgang ...

Bitte lest zu diesem Thema auch die Meinungen anderer User und die Kommentare von Betroffenen im hartensteynreport!

Montag, 3. Dezember 2007

Fundraising Verband Austria (FVA): Dr. G. Lutschinger 6 Monate Geschäftsführer - eine Zwischenbilanz

Vor einem halben Jahr konnte Dr. Günther Lutschinger als neuer Geschäftsführer für den Fundraising Verband Austria (FVA) gewonnen werden. Der frühere WWF-Geschäftsführer zieht eine erste Bilanz: „Es ist toll, wie viele Ideen im FVA und seinen Mitgliedern schon existieren, die nur darauf warten, realisiert zu werden. Der FVA hat ein großes Potential und es gibt noch viele Möglichkeiten, Fundraising in den Mitglieds-Organisationen zu stärken,” so Dr. Lutschinger, „Mit der Spendenlotterie ist uns ein toller Wurf gelungen, und das ist sicher nicht das letzte Projekt, das wir machen. Der Markt braucht neue Synergieprojekte.”

FVA-LogoWEB

Neben der Spendenlotterie hat Dr. Lutschinger auch zahlreiche weitere Projekte initiiert: die Koordination der Benchmark-Studie, den FVA-Retourenpool, das Dienstleisterverzeichnis und die mittlerweile bereits institutionalisierten Fundraising-Frühstücke. Dr. Lutschinger: „Die Arbeit im FVA ist eine große Herausforderung und macht mir Spaß.”

Für das Jahr 2008 hat Dr. Lutschinger folgende Ziele: „Wir werden die Informationsdrehscheibe ausbauen, unseren Mitgliedern neue Fundraising-Projekte anbieten und das Ausbildungsprogramm erweitern. Der FVA wird seine Rolle als aktive Netzwerk-Plattform und Dienstleister für seine Mitglieder sowie den 3. Sektor stärken.”

Der promovierte Biologe startete 1986 seine NPO-Karriere bei „Neustart”, Verein für Bewährungshilfe. 1988 begann Lutschinger beim WWF als Projektleiter, war in weiterer Folge Abteilungsleiter für Natur- und Umweltschutz sowie stellvertretender Geschäftsführer, bevor er zum Geschäftsführer WWF Österreich avancierte. Seit 2006 ist Lutschinger freiberuflich tätig. In seiner Freizeit reist der Naturliebhaber gerne, bevorzugt nach Afrika. Sammeln und Tauschen alter Münzen zählen ebenfalls zu seinen Hobbys, und zum Ausgleich steht auch Sport am Programm.

Das neue Fundraising: Gutes tun und trotzdem etwas davon haben!

Fundraising ist nach Urselmann die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten einer Nonprofit-Organisation (NPO), welche darauf abzielen, alle für die Erfüllung des Satzungszwecks benötigten Ressourcen (Geld-, Sach- und Dienstleistungen) durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Ressourcenbereitsteller ohne marktadäquate materielle Gegenleistung zu beschaffen.

Eine andere, eher phänomenologische und inzwischen verbreitete Beschreibung von Fundraising stammt von Joachim Dettmann: "Fundraising ist so grundlegend, dass man es nicht als separate betriebliche Aufgabe betrachten darf. Fundraising umfasst vielmehr die gesamte Nonprofit-Organisation, und zwar vom Endergebnis her betrachtet, d. h. vom Standpunkt des Förderers."

Auch wenn die etymologischen Wurzeln des Begriffs auf die Beschaffung von Kapital (engl. fund – Kapital, to raise – beschaffen) weisen, geht es dem Fundraising nicht nur um die Beschaffung von (Spenden-) Geldern. Vielmehr versucht Fundraising alle von einer Organisation für die Erfüllung ihres gemeinnützigen Satzungszweckes benötigten Ressourcen zu beschaffen. Neben Geldleistungen können dies auch Sachleistungen (z.B. eine Sachspende in Form eines Fahrzeugs) oder Dienstleistungen (z.B. eine Zeitspende in Form ehrenamtlichen Engagements) sein. Entsprechend ist eine Übersetzung des Anglizismus „Fundraising“ mit dem deutschen Begriff „Mittelbeschaffung“ dann zulässig, wenn unter „Mittel“ alle benötigten Ressourcen verstanden werden.

Eine Übersetzung des Fundraising-Begriffs mit „Spendenwerbung“ greift auch deswegen zu kurz, weil sie suggeriert, dass es sich beim Fundraising lediglich um eine werbliche bzw. kommunikative Aufgabe handelt. Fundraising ist jedoch eine umfassende Marketing-Aufgabe. Sämtliche Fundraising-Aktivitäten werden systematisch analysiert, geplant, durchgeführt und kontrolliert. In die Marketing-Systematik ist das Fundraising als Beschaffungsmarketing einer Nonprofit-Organisation einzuordnen. So wie eine Reduzierung des Marketings auf Werbung unzulässig ist, kann auch Fundraising nicht auf Spendenwerbung reduziert werden.

Ressourcenbereitsteller können Privatpersonen („individual giving“) ebenso sein wie Unternehmen („corporate giving“), Stiftungen („foundation support“) oder der Staat („public giving“). Von Fundraising kann jedoch nur gesprochen werden, wenn eine gemeinnützige Organisation die von ihr benötigten Ressourcen ohne marktadäquate materielle Gegenleistung beschafft. Dies heißt nicht, dass sie gar keine Gegenleistung für die erhaltenen Ressourcen geben darf. Im Gegenteil erwarten viele Spender beispielsweise zu Recht immaterielle Formen der Gegenleistung wie Dank und Information über die Mittelverwendung. Und an diesen Erwartungen bzw. Bedürfnissen der Spender will sich das Fundraising ja gerade ausrichten.

Wird jedoch einem Unternehmen im Rahmen des corporate giving eine marktadäquate, materielle Gegenleistung für eine Firmenspende gegeben, so handelt es sich nicht mehr um Fundraising sondern Sponsoring. Unter bestimmten Voraussetzungen (siehe Sponsoring-Erlass) bedeutet dies für die empfangende Organisation, dass sie den steuerlichen Bereich der Gemeinnützigkeit verlässt und (u.U. ohne dies zu wissen oder wollen) den Bereich des Wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs betritt. Dies kann bedeuten, dass die eingeworbenen Ressourcen zu versteuern sind. Die begriffliche Abgrenzung von Fundraising und Sponsoring ist also keine definitorische Haarspalterei sondern kann ganz unterschiedliche steuerliche Behandlung nach sich ziehen.

Im Fundraising werden vier Gebermärkte angesprochen: Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen und staatliche Stellen für öffentliche Zuwendungen. Die methodische Ansprache dieser Gebermärkte ähnelt bei Privatpersonen eher dem Aboverkauf von Zeitungen und Zeitschriften, bei institutionellen Gebern eher dem Business-To-Business-Vertrieb einer Profit orientierten Organisation.

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Das Dalai - Lama - Hilfswerk veröffentlicht z.B. die Fotos und Anschriften der Spender im Internet (auf Wunsch!) und bietet über regional schwerpunktgewichtete Events eine Art "Gegenleistung": die involvierten Spender, Unterstützer oder Sympathisanten profitieren von vielen verschiedenen Marketingaktivitäten, z.B. Web 2.0 Powermarketing über Blogs, virales Marketing usw.

* Analyse: Recherche der möglichen Geber und Gönner
* Kontaktarbeit via Telefon, Besuch und Einladung zu Veranstaltungen
* Angebot langfristigen Engagements bei geringeren laufenden Belastungen
* Persönliche Beziehungsarbeit, gemeinsame Freizeitgestaltung, Geschäftsfreundschaft
* langfristige Bindung von Spendern, CRM (Kundenbeziehungsmanagement)
* Legatsuche für testamentarische Verfügungen über Mittelzufluss
* Patenschaftsfundraising
* Auswertung/Evaluation: laufende Berichterstattung über den Erfolg der Maßnahmen

Für lokale Initiativen und Projekte ist vor allem der regionale Fundraisingmarkt relevant. Sie sehen sich in den Kommunen oft mit hoher Arbeitslosigkeit und knappen finanziellen Mitteln konfrontiert. Im regionalen Bezug liegt aber gleichzeitig die Chance für kleine Non-Profit-Organisationen (NPOs). Geldgeber – ob spendende Privatperson oder Unternehmen – entscheiden sich bei einem überzeugenden Projekt eher für ein regionales Engagement. NPOs sollten zudem die Potenziale nutzen, die sich durch eine lokale Förderung ergeben. Bürgerengagement und Fundraising müssen auf regionaler und lokaler Ebene Hand in Hand gehen. Initiativen und Projekte sollten das Fundraising nutzen, um ebenfalls regional um Unterstützung für ihre Anliegen zu werben. Inzwischen existieren auch lizenzfreie Softwarelösungen für eine professionelle Spender- und Stifterbetreuung gemeinnütziger NPO als Open Source.

Sonntag, 11. November 2007

Soziale Wohnungsvergabe, Wohnungskommission: Suchmaschinen laufen schön an!

Guckt doch mal rüber zu Goooogle ....

hartensteynkolumne-klein

Bitte helft und helfen und beteiligt Euch an der Diskussion!

Montag, 5. November 2007

Krone - Ombudsmann Dr. Zilk: "Caritas, Wiener Wohnen und MA 50 sind ganz einfach überfordert!"

Während gerade in Österreich Symbolfiguren der Korruption, der Selbstbereicherung und der postindustriellen Ellenbogengesellschaft jeden Monat steuerfrei über ihre Stiftungen Millionen machen, sackt der halbe frühere "Mittelstand" unter die Armutsgrenze ab. Was die Massenmedien nicht erfahren dürfen: Besonders der Stadt Wien steht ein Heer obdachloser und verarmter Menschen bevor, so Sozialexperten und hohe Rathausbeamte im Vieraugengespräch und off the records. Zahllose Menschen geraten unverschuldet in Not, die Gemeinde Wien verweigert schwangeren Frauen eine Sozialwohnung und treibt sie via "Wohnungskommission" (1150 Wien, Graumanngasse) in die Obdachlosigkeit. Denn die Ära der "Sozialen Wohnungsvergabe" wurde beendet, die zahllosen leerstehenden Gemeindewohnungen dürfen nur noch an zahlungskräftige Mieter mit guter Bonität und länger bestehenden Vormerkscheinen abgegeben werden.

hartensteynkolumne-klein

Längst gilt nicht mehr das lustige Bild vom "herkömmlichen" Sandler mitsamt seiner "Clochard - Romantik" (Jens Tschebull). Denn die Neue Armut erfasst immer breitere Bevölkerungskreise. Alleinerziehende Mütter, bisher unbescholten und weder alkoholkrank noch drogensüchtig, werden reihum delogiert und landen auf der Straße. Die so genannte "Wohnungskommission" in der Wiener Graumanngasse muss abblocken, aus vielen Gründen, die wir hier nicht erläutern wollen. "Gemeindewohnungen" gibt es, so ein nicht ganz richtiges Vorurteil, nur für Roma, Sinti, Drogenkranke oder frisch Haftentlassene, so böse Gerüchte, diese "Randgruppen" hingegen behaupten, nur Österreicher mit langjähriger SP - Parteimitgliedschaft bekämen eine günstige Wohnung: divide et impera, richtig ist nur: ein interner "Geheimerlass" des Rathauses besagt angeblich, dass "Wiener Wohnen" nur noch Gemeindewohnungen an zahlungskräftige Kunden mit Bonität und Vormerkschein übergeben darf.

Die "Soziale Wohnungsvergabe" existiert nicht mehr, so Rathaus - Insider hinter vorgehaltener Hand. Die gefürchtete "Wohnungskommission" in der Graumanngasse im 15. Wiener Gemeindebezirk muss immer härter werden, denn zu oft wurde das System von Sozialschmarotzern missbraucht. Jüngstes, besonders tragisches Beispiel: Einer im siebten Monat schwangeren Frau, korrekt, einfach, aber gut erzogen und weder alkohol- noch drogensüchtig, die nur deshalb in ihrer - bisher privat gemieteten - Wohnung im 16. Wiener Gemeindebezirk Mietzinsrückstände angehäuft hat und daher dieser Tage delogiert wird, weil sie als geringfügig Beschäftigte nach dem Verlust ihrer Arbeit am 25. Mai 2007 ihre Medikamente und den Strom nicht mehr zahlen konnte, wurde von "Wiener Wohnen" mitgeteilt, sie möge es bitte nur kurz trotz des bevorstehenden Winters in der Obdachlosigkeit aushalten, bis das Kind geboren werde, denn dann könne man ihr es, das Kind, sowieso wegnehmen - das fürchtet die Frau ganz besonders, die all ihre Liebe auf ihr erstes Kind, eine kleine Tochter, konzentriert - und sie könne ohne Kind gerne in ein Frauenhaus kommen, denn Gemeindewohnungen könnten derzeit ohne Bonität leider nicht mehr "hergegeben" werden (O-Ton Referentin Graumanngasse).

Mittwoch, 15. August 2007

Euromaday: die Österreicher haben immer weniger Kohle zum Leben

In den letzten Jahren haben sich die Arbeits- und Lebensbedingungen für viele verschlechtert. Vor allem die Österreicher haben seit der Einführung des Euro weniger Geld in der Tasche: die Nettoeinkommen sind insgesamt seit über zehn Jahren rückläufig. Verzweifelt versuchen sich die Menschen mit "Mc-Jobs" und anderen Tricks über Wasser zu halten. Pfändungen, Delogierungen und sogar Obdachlosigkeit steigen unter früheren "Mittelstandsfamilien" sprunghaft an, die entsprechenden Statistiken indes werden seit über zwei Jahren frisiert und manipuliert. Nur noch ein paar naiv - blauäugige und / oder hoffnungsvoll noch aufstiegsorientierte Redakteure bestimmter banken- und konzerneabhängigen Wochen- und Wirtschaftsmagazine bejubeln skrupellose Millionenverdiener wie z.B. den Generaldirektor der "Erste Bank", Andreas Treichl (Nettoeinkommen: 5 Millionen Euro pro Jahr) oder Spekulanten wie Ronny Pecik, Mirko Kovats oder Georg Stumpf, die Milliarden abcashen. Viele "Leser" werfen die Magazine wutentbrannt in die nächste Mülltonne oder werden "Mietnomaden", sobald im GEWINN zu lesen ist, "wie toll die Immobilienpreise schon wieder steigen".

Prekär arbeiten, prekär leben ... vom Europa der Banken und der Konzerne profitieren weder Arbeitnehmer noch kleine Selbständige. Nur die Gagen der Vorstände, des upper managements und die Gewinne der Spekulanten erreichen neue Rekordhöhen. Weite Teile des früheren "Mittelstands" rutschen in die Neue Armut ab.

Die Konsumenten erwarten nach einer aktuellen Umfrage in Österreich zwar eine Verbesserung der Wirtschaftslage, sie schätzen jedoch ihre aktuelle finanzielle Situation ungünstiger ein als je zuvor in den vergangenen fünfzehn Jahren. Bei größeren Anschaffungen wollen sie deshalb sparen. Die Unzufriedenheit lässt sich damit erklären, dass die privaten Nettoeinkommen der Beschäftigten trotz des Konjunkturaufschwungs weiterhin stagnieren.

Die Preiserhöhungen treffen vor allem die Schwächeren - die Unruhe im Volk wächst. Wirtschaftsmagazine, in denen Bankdirektoren und Spekulanten gottähnlich verehrt und bejubelt werden, landen in brennenden Mülltonnen, auf steigende Mietpreise reagieren immer mehr Menschen mit Zahlungsverweigerung und werden nach deutschem Vorbild "Mietnomaden". In Wien z.B. ist von der Gemeinde kaum noch Hilfe zu erwarten: zahllose Gemeindewohnungen stehen leer, aber die Zahl der Obdachlosen steigt sprunghaft an, darunter tw. Akademiker oder Ingenieure ohne Alkohol- oder Drogenprobleme, die zwar zehn Stunden pro Tag arbeiten, aber die Mieten nicht mehr bezahlen können. Eine der Ursachen: die frühere "Soziale Wohnungsvergabe" durch die MA 50 gilt als faktisch zusammengebrochen, selbst schwangeren Frauen wird eine kleine Sozialwohnung verwehrt.

Die Inflationsrate ist gleichzeitig infolge der Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln gestiegen, sie erreichte im Mai und Juni die 2-Prozent-Marke. "Angesichts einer Tariflohnsteigerung von lediglich 2,4 Prozent und hoher Grenzsteuersätze erhöht sich die Kaufkraft eines Privathaushalts nur dann, wenn ein zusätzliches Familienmitglied eine Beschäftigung aufnimmt", so die nüchterne Analyse der Wirtschaftsforscher.

Sonntag, 5. August 2007

Das Tagebuch eines Gourmets

Das Projekt Le Gourmet rückt die Dynamik von Medienkunst ins Rampenlicht und bemüht sich um Austausch und Entwicklung von Ideen, Konzepten und Visionen. Nicht in Form herkömmlicher Ausstellungen, sondern mittels interaktiver Szenarien werden immer neue Facetten der Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft aufgezeigt.

Le Gourmet puts the spotlight on the dynamics of media art and attempts to achieve an exchange and development of ideas, concepts and visions – not in the form of conventional exhibitions, but by means of cyclically alternating, interactive szenarios that reveal ever new facets of working at the interface of art, technology and society.

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Vernetzt miteinander, vernetzt im System, vernetzt zwischen realer und virtueller Welt – der rapiden technologischen Entwicklung der vergangenen Jahre hinkt die kulturelle und gesellschaftliche Reflexion und Adaptierung spürbar hinterher. Viele Auswirkungen, die tief in unseren Alltag reichen, beginnen wir gerade erst zu erkennen. Diese Schnittstelle, an der sich Kunst, Technologie und Gesellschaft treffen, ist das erklärte Arbeitsfeld unserer am Projekt mitwirkenden Künstler.

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Networked with one another, within the system, between the real and the virtual worlds – the technological developments of recent years have been so rapid that we have not yet caught up in terms of cultural and social reflection and adjustment. We are only just beginning to recognize many of the far – reaching effects of these developments on our everyday life. The interface of art, technology and society, where this potential may be found, is our artists declared sphere of action.

Mit dem Projekt Le Gourmet schaffen wir eine öffentliche Plattform, auf der dieser interdisziplinäre Austausch stattfinden kann und die vielfältigen und reizvollen Formen zeitgenössischer Medienkunst ins Rampenlicht gestellt werden.

With „Le Gourmet“ we have created a public plattform where this interdisciplinary exchange can take place and where the many – faceted and intriguing forms of contemporary media art can take the spotlight.

Samstag, 7. Juli 2007

Art Attack: Man kauft wieder Kunst!

Heute noch preiswert, morgen vielleicht schon das Zehnfache wert: Originale von noch lebenden Künstlern („Gegenwartskunst“), die erst am Anfang ihrer Preisexplosion stehen.

Vor allem aber: Originale. Denn im Gegensatz zu Reproduktionen oder Kunstdrucken, die nie „was wert“ sein werden, sind Originale „preissteigerungsverdächtiger“ Künstler wertvoll und daher eine gute Kapitalanlage („die Aktie an der Wand“).

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Neue Bilder an der Wand? Na klar doch. Richten Sie gerade eine Wohnung ein, ein neues Haus, ein Büro? Man kauft wieder Kunst! Denn Originale behalten ihren Wert, während Kunstdrucke oder Reproduktionen keine Kapitalanlage darstellen.

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