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Samstag, 29. Dezember 2007

Kastanienallee, Haus Kastanienallee: Wieder Wohnen im Elendsquartier ...

Österreichs prominentester Blogger, Hanno Hartensteyn vom hartensteynreport, besuchte mit versteckter Kamera das Elendsquartier "Kastanienallee" im zwölften Wiener Gemeindebezirk. Die Zustände dort sind ein Skandal.

Nicht wegen der netten und ohnehin schon völlig überforderten Mitarbeiter dieser städtischen Herberge, sondern wegen der von Jahr zu Jahr kleiner werdenden Budgets. Die Familien und ihre Kinder, die dort wie in einem osteuropäischen Flüchtlingslager vegetieren, haben weder den ORF noch die Boulevardpresse oder gar "Licht ins Dunkel" auf ihrer Seite. Kastanienallee - die vergessenen Armen von Wien. Wenn die Insassen wieder mal lesen, wie viel Geld in Österreich für "Kunstprojekte" verludert oder vermittels "Arigona - Schmäh" (der armen Arigona und ihrer Familie wurde dadurch nur geschadet, ein Dankeschön an die Fellners, NEWS und das Hetzblatt "Österreich"!) für Asylwerber eingesammelt werden, gehen die Männer randalieren und die Weiber aufs Klo heulen. Kein Scherz - der hartensteynreport war live dabei...

Jedem "Häfenbruder" (Knacki, Häftling) geht es in Österreich besser als den Familien in der Kastanienallee und ihren Kindern. Die Mitarbeiter des Hauses und der Fonds Soziales Wien bzw. "Wieder Wohnen GmbH" können nichts dafür, diese Leute geben ihr Bestes. Das Geld fehlt. Während in der Justizanstalt Simmering z.B. Aufenthaltsräume mit Fernseher, Küche mit Mikrowelle und in Einzelzellen pro Haftraum (!) je eine Waschmuschel und ein eigens WC selbstverständlich sind, spielen die verwahrlosten und unglücklichen Kinder der Kastanienalle auf dem Boden oder im Stiegenhaus, zu viele Familien müssen sich pro Stock nur vier Gasherde und eine einzige Dusche teilen. Es ist unvorstellbar.

Eine Million Österreicher sind armutsgefährdet, 300.000 leben in akuter Armut. Eines der brennendsten Probleme: die immer geringer werdenden Sozialbudgets. Während Millionen und Abermillionen für sinnlose "Kunstprojekte" wie etwa für das "Nitsch - Museum" im Weinviertel - kaum Besucher, nur der ohnehin schwerreiche Nitsch reibt sich wie weiland Staatskünstler Hundertwasser die Hände - oder für schwachbrüstige Selbstentfesselungsartisten im Wiener Museumsquartier (Artists-in-residence im MQ) verschwendet werden, sind die SozialhelferInnen und Mitarbeiter z.B. des Hauses Kastanienallee nur noch verzweifelt: "Bei uns fehlt es an allem!".
Kein Spielplatz, kein Wickeltisch für Kleinkinder, kein Gitterbett, keine Kinderkrippe oder Krabbelstube, das Elend eines Flüchtlingslagers der Nachkriegszeit. Die armen Familien haben weder eine Öffentlichkeit noch irgendeine Pressure Group auf ihrer Seite. Von Schickeria - Fundraisingveranstaltungen wie "Licht ins Dunkel" kommt kein Cent hier an.

Bonjour Tristesse: im düsteren Stiegenhaus spielen die Kinder. Es gibt weder eine Kinderkrippe noch eine Krabbelstube, keinen Spielplatz, selbst das Mutter - Kind - Zentrum und die Büros des MAG Elf wurden geschlossen. Ursache: kein Budget. Wenn SozialarbeiterInnen auspacken, steht ein Skandal bevor. Bei allem Respekt vor den Spenden der Tageszeitung "Österreich" für Arigona & Co.: Wann spenden die Fellners oder eines ihrer Boulevardblätter für die Kastanienallee?

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