Samstag, 14. April 2007

M-ars, der Kunstsupermarkt

Es heißt nicht "Mars" wie der Schokoladeriegel, es heißt "M - ars" mit Bindestrich dazwischen: M-ars Kunstsupermarkt.

m-ars-logo

Lassen Sie sich von der dämlichen Werbung mit Astronauten, danebengegangenen Metaphern, Marslandungen und Dimensionstoren auf dem "Firmament des Kunsthimmels" usw. nicht verunsichern: beim Werbetexten ist den Freaks vom "M-ars Kunstsupermarkt" halt nichts Besseres eingefallen. Das soll uns nicht daran hindern, demnächst den "Kunstsupermarkt" zu besuchen und dort zu stöbern. Die Zeit war reif für dieses Konzept: Congratulations, Smretschnig & Team!

Also: Sparen Sie doch mal bei den Trüffeln und gehen Sie Kunst kaufen! Zum Beispiel im "M-ars Kunstsupermarkt". Wie sagt doch der hartensteynreport rund um die Uhr? Man kauft wieder Kunst!

mars-boss-smretschnig

Wenn Ihnen ein Picasso zu teuer ist und der Hilger Sie nicht zu seiner letzten Vernissage eingeladen hat, dann gehen Sie trotzig, aber aufrechten Schrittes in den "Kunstsupermarkt". Gut gelandet im siebten Wiener Gemeindebezirk, dem Quartier Latin der Wiener Kulturschickeria, und ab 26. April offen für die Fans. Der smarte Typ auf dem Foto heißt Christian Smretschnig. Und hinter dem "Kunstsupermarkt" steckt ein bemerkenswertes Geschäftskonzept.

Der hartensteynreport, Europas führendes Magazin für Gegenwartskunst, schreibt:

Kunst für jedermann, zu Preisen für jedermann - von 9,90 Euro bis 899,90 Euro. Das ist das Konzept des österreichweit ersten Kunstsupermarkts „M-ARS“, der am 26. April im 7. Wiener Gemeindebezirk eröffnet.
Die Werke stehen griffbereit in normalen Regalen, geordnet nach verschiedenen Abteilungen. An der Kassa gibt es kleinere Kunstgegenstände und Zeitschriften. Ein Loungebereich lädt zum Plaudern und Diskutieren ein.

„M-ARS“ ist ein Projekt von KünstlerInnen und Kunstinteressierten und soll den Zugang zu zeitgenössischer bildender Kunst erleichtern. In dem Supermarkt gibt es keinen Kaufzwang, nur schauen ist erlaubt.

„Wir werden den Wienern und Wienerinnen eine völlig neue Atmosphäre bieten, in der sie ohne Barrieren Kunst sehen, erleben und erwerben können“, erklärt Christian Smretschnig, der Erfinder und Betreiber von „M-ARS“, im Gespräch mit Hanno Hartensteyn vom "hartensteynreport".

Ein Kuratorium von 50 österreichischen Experten begleitet die KünstlerInnen, wählt aus ihren Werken aus und garantiert für die Qualität der Exponate. 80 Prozent der in Österreich lebenden KünstlerInnen haben keinen fixen Vertrag mit einer Galerie und nur die wenigsten können von der Kunst leben. „M-ARS“ soll das in Zukunft ändern und eine neue Plattform schaffen.

Den ersten Kunstsupermarkt eröffnete der Kunsthistoriker Mario Terés 1998 in Marburg. Im Jahr darauf gab es bereits einen zweiten Standort in Frankfurt. Mittlerweile haben Kunstsupermärkte vor allem im deutschsprachigen Raum (Berlin, Dortmund, Gießen, Solothurn und Sylt) Erfolg. Manche von ihnen sind zeitlich begrenzte Kunstprojekte, andere fixe gewerbliche Betriebe, mit ganzjährlichen regelmäßigen Öffnungszeiten.

Für ein großes Interesse sorgte zuletzt der “7. Schweizer Kunst-Supermarkt“ in Solothurn, der in weniger als zwei Monaten zwischen 30.000 und 40.000 Besucher anlockte.

In Linz gab es bereits im Jahr 2004 mit dem Kunstsupermarkt „Superart“ ein Monat lang ein temporäres Projekt. „M-ARS“ wird der erste ganzjährlich geöffnete Supermarkt für Kunst in Österreich.

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